Tage wie Salz und Zucker – Shari Shattuck

Vor ein paar Tagen habe ich dieses ältere Schätzchen von meinem SuB befreit, auf dem es schon lange aufs Lesen gewartet hat.

Es geht in diesem Buch um Ellen, die ihre Tage am liebsten allein verbringt und nur als Zuschauer am wirklichen Leben teilnimmt. Ihre Zeit verbringt sie dabei besonders häufig mit dem Beobachten ihrer Mitmenschen und dem Essen. Das geht schon viele Jahre so, bis sie eines Tages zufällig Zeugin eines versuchten Raubes wird. Sie verscheucht die Diebe und freundet sich mehr oder weniger freiwillig mit dem blinden Opfer Temerity an. Die junge Frau ist trotz ihres Handicaps so selbstbewusst und mitreißend, das man sich ihr nur schwer entziehen kann.
Das muss auch Ellen bald feststellen und so beginnt eine Freundschaft, die ihr nicht nur Glück, sondern auch eine Menge Ärger beschert.

Cover©rowohlt


Meinung:
Dieses Buch ist in meinen Augen genauso gegensätzlich, wie sein Titel vermuten lässt. Dies ist allerdings nicht unbedingt etwas Positives. Der Grundgedanke dieses Buches ist nämlich super. Egal wie man aussieht, was für ein Schicksal man mit sich herumträgt oder welches Handicap einem das Leben mitgibt, jeder Mensch ist es wert gesehen und gehört zu werden. So weit so toll. Leider ist dies aber überhaupt nicht konsequent umgesetzt worden. Im ersten Teil des Buches bleibt die Autorin ihrem roten Faden noch treu, nur um am Ende die Protagonistin völlig umzukrempeln, weil sie ja erst so liebenswert wird. Das geht für mich in eine ganz falsche Richtung. Ebenso wie das Stalking, das Ellen über das ganze Buch hinweg betreibt. Ein sehr sensibles Thema, das hier für mich deutlich verharmlost wird. Ein klarer Minuspunkt für mich.

Dem gegenüber stehen viele Figuren (unter anderem Temerity) die wunderbar gelungen sind.
Sie zeugen von Stärke, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, auch wenn sie alle ihre Fehler haben.
Das finde ich wunderbar verdeutlicht und hebt neben der guten Unterhaltung das Buch noch auf eine mittlere Bewertung. Mehr ist aufgrund der Minuspunkte aber auch nicht drin. Hier hat sich die Autorin leider vieles selbst verbaut.

Bewertung: 2.5 von 5.

Buchinfos:
Verlag: rororo
Seiten: 365
ISBN: 978-3-499-26867-0
https://www.rowohlt.de/taschenbuch/shari-shattuck-tage-wie-salz-und-zucker.html

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