Wer die Nachtigall stört – Harper Lee

Guten Abend,

heute wird es Zeit für einen absoluten Klassiker, auf den ich schon sehr lange ein Auge geworfen hatte. Zu meinem Glück gehörte das Buch dann zu meinem Gewinnpaket und ich konnte es endlich mal lesen ohne den Weg über die Buchhandlung. Da bin ich zwar sehr gern, aber ich kann mich bei der Auswahl oft nicht entscheiden und gebe meist aktuelleren Werken den Vorzug 🙂
Für den Fall das ihr diesen Bestseller noch nicht gelesen habt, hier der Klappentext:

Die Geschwister Scout und Jem Finch wachsen in einer äußerlich idyllischen Welt heran: im (fiktiven) Örtchen Maycomb, Alabama, inmitten weißer Villen und tropischer Bäume. Erzogen von ihrem Vater Atticus, einem menschenfreundlichen Anwalt.
Doch die Idylle trügt, durch die alte Gesellschaft des Südens ziehen sich tiefe Risse: zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Arm und Reich. Als Scouts Vater die Verteidigung eines schwarzen Landarbeiters übernimmt, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat, erfährt die Achtjährige staunend, dass die Welt viel komplizierter ist, als sie angenommen hat. Tapfer versucht sie, die demokratischen Gerechtigkeitsideale ihres Vaters gegen alle Anfechtungen hochzuhalten, und gerät selbst in Gefahr …
Klappentext©rowohlt

Cover©rowohlt

Meinung:
Wer die Nachtigall stört, wird hauptsächlich als ein klassisches Werk über den Rassismus zwischen den Hautfarben beworben. Dies ist sicherlich auch kein zu unterschätzender Teil des Buches, doch ich empfand das Buch vor allem als Gesellschaftsporträt im Gesamten durch die Augen eines Kindes.
Dabei geht es nicht nur um Schwarz und Weiß, vielmehr ist die Geschichte ein Muster für so viele Dörfer und Städte mit Armen und Reichen, Alteingesessenen und Zugezogenen. Standesunterschiede spielen genauso eine Rolle wie unterschiedliche Religionszugehörigkeiten.
Diese Differenzen werden gerade durch die Unschuld Scouts wunderbar deutlich gemacht.

Sie ist ein Mädchen, das geprägt ist durch eine Stadt/Zeit voller Vorurteile, aber bei einem Vater lebt, der versucht, sie und ihren Bruder zu anständigen Erwachsenen zu erziehen.
Teilweise kommt ihre Prägung durch die Umwelt deutlich durch und sie wirft mit Vorurteilen um sich ohne wirklich zu wissen, was sie sagt. Gleichzeitig hinterfragt sie aber auch eine Menge und lernt schnell dazu.
Doch sie ist nicht der einzige Charakter der bei mir Punkten konnte. Allgemein wirkten die Figuren sehr authentisch. Ich empfand die Beschreibung der Einwohner und ihre Sicht auf die Mitmenschen leider als sehr realistisch, auch wenn es sich um ein fiktives Dorf handelt. Für mich kann man sich den Schauplatz genau so auf jeder Landkarte vorstellen.

Das eigentliche Kernthema des Buches, nämlich der Prozess, kommt erst nach vielen Seiten und ist dann im Endeffekt auch unspektakulärer, als man ihn sich vielleicht vorab vorgestellt hat.
Das ganze Buch lebt sowieso mehr von der Behäbigkeit, die Glaubwürdigkeit schafft als vom großen Drama. Es ist ein leises, aber eindringliches Werk, was zu Recht Fans auf der ganzen Welt hat.

Bewertung: 4 von 5.

Fazit:
Ich bin froh, das ich nun endlich mal zu diesem Buch gegriffen haben und mir nun selbst ein Urteil erlauben kann. Mich hat diese leise Geschichte berührt.

Buchinfos:
Verlag: rowohlt
Seiten: 464
ISBN: 978-3-499-27157-1
https://www.rowohlt.de/buch/harper-lee-wer-die-nachtigall-stoert-9783499271571

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